Der Unterschied zwischen Twitter und Google+? Auf Twitter wird Bauer sucht Frau kommentiert, auf Google+ Neues aus der Anstalt.
via Jens Arne Männig bei Google+
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Der gepflegte Rant am Abend von Daniel Glass
Artikel optimal aufbereiten – Bilder optimal bereitstellen, meinen Arsch in Googleoptimierte Form pressen.
SEO-Spezialisten: Ihr ärgert mich.
Suchmaschinene suchen Content. Diese zu finden ist Aufgabe der Suchmaschinen. Ich mache Content. Und zwar wie ich will. Die Suchnmaschine soll meinem Content folgen. Nicht umgekehrt.
Substanz wird gefunden. Stumpfsinn auch.
Ich will aber, dass es die Substanz ist die zählt, und nicht die hohle gescheiterte BWLer Birne, die mit irgendwelchen Techniktricks Müll populärer macht.
Diese Weltsicht, nach der das ganze Netz ein Wettbewerb ist, was bei Google oben steht, und am Rande des Beckens stehen die SEO-Schwachmaten und ejakulieren inhaltlseere Phrasen und gestohlene Algorithmen in unser Becken, weil sie sonst nichts substanzielles hervorbringen können, kotzt mich an.
Genau wie die Banker, die eine Idee von nichts teuer verkaufen, sind SEO-Spezialisten Phrasendrescher, und Blasenverkäufer, die dir versprechen, auch Minderwertiges gut aussehen zu lassen, weil sie dafür die richtigen Tricks drauf haben. Das ist unredlich, unkreativ, und übelkeitserregend.
Haltet die Fresse, ihr unkreativen unproduktiven, unoriginellen Nichtskönner.
Ihr seid Randnotizen einer technischen Entwicklung, aufgeblähte Zwirnvorführer mit Durchblicker-Allüren aber ohne jede substanzielle Deckung eures geistesschwachen Werkes.
So viel dazu.
Und wer sich jetzt übel beschimpft fühlt – Nichts für ungut. Lerne einen schönen Beruf. Texte. Produziere etwas. Gestalte. Programmiere Dinge. Forme Substanz – und bald kommst du von diesem fiesen SEO Zeug als Selbstzweck los. Ganz bestimmt.
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( Fiel mir gerade ein, weil einer ganz begeistert berichtete, wie man Bilder suchmaschinenfreundlich aufbereitet…)
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Allerdings werden durch diese Buttons schon beim Laden der Seite – also ganz ohne dass der User etwas dazu tut – Daten an die Betreiber der Netzwerkplattformen übertragen.
Die enthalten neben der URL der aktuellen Seite unter anderem eine Kennung, die zumindest bei dort angemeldeten Nutzern direkt mit einer Person verknüpft ist. Facebook & Co können also komplette Surfprofile ihrer Nutzer erstellen.
Da wir eine andere Vorstellungen von Datenschutz und Privatsphäre haben benutzen wir ab heute eine zweistufige Lösung , die nur mit Zustimmung der Anwender Daten übermittelt. Auch die bei uns eingesetzte Webanalyse-Software basiert auf der datenschutzfreundlichen Lösung PIWIK
Standardmäßig überträgt dieser Button keine Daten an Dritte. Das Konzept ist einfach. Standardmäßig betten wir deaktivierte Buttons ein, die keinen Kontakt mit den Servern von Facebook & Co herstellen.
Erst wenn der User diese aktiviert und damit seine Zustimmung zur Kommunikation mit Facebook, Google oder Twitter erklärt, werden die Buttons aktiv und stellen die Verbindung her.
Dann kann der User mit einem zweiten Klick seine Empfehlung übermitteln. Ist er beim sozialen Netz seiner Wahl bereits angemeldet, erfolgt das bei Facebook und Google+ ohne ein weiteres Fenster. Bei Twitter erscheint ein Popup-Fenster, in dem man den Text des Tweets noch bearbeiten kann.
Alle Buttons lassen sich auch dauerhaft aktivieren.
Wem die Übertragung der Daten egal und die Bequemlichkeit wichtiger ist, der kann den Button des von ihm regelmäßig genutzten sozialen Netzwerks dauerhaft aktivieren. [Quelle: heise, c't]
Das WordPress-Plugin von H.-Peter Pfeufer das zu Einsatz kommt, benutzt die original Lösung von heise
]]>Welche Innovationen Google noch in der Schublade hat?
SuperNews! hat die Antwort!
]]>Deswegen machen wir jetzt unsere, super repräsentative, Umfrage zum Circle-Verhalten der G+ Nutzer. Wer noch nicht bei Google+ ist und rein möchte, hier gibt’ die Invites.
Du wirst von einem User bei G+ in dessen Circles aufgnommen. Wie regierst Du?
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Verifizierte Accounts (oder Trichinenstempel wie Gunter Dueck es nennt s. Bild2) Wir kennen das bereits von Twitter.
Sorry Sascha Lobo aber Du warst einer der Ersten;)
Und genau da fängt das Problem an!
Jens Arne Männig schreibt bei Google+ dazu
Groß ist der Jubel des Volkes: Endlich hat auch Google+ seine Auszeichnung für besonders verdiente Bürger seiner Netzcommunity. Ein Häkchen prangt seit heut Morgen neben dem Namen der Elite, das sich beim Mouseover um den Schriftzug Bestätigter Name ergänzt.
Nach einer Zeit der Accountsperrungen von Pseudonymträgern, die zu einer gewissen Unruhe in der Community geführt hat, setzt Google nun also auf die entgegengesetzte Taktik: Brave Netzbürger, die regelkonform unter ihrem amtlichen Namen auftreten und die eine gewisse Popularität besitzen, bekommen jetzt ein Ehrenzeichen ans virtuelle Revers geheftet.
Das Prinzip des Heraushebens einzelner Personen, die brav das tun, was die Obrigkeit von ihnen erwartet, hat sich in absolutistischen Systemen bereits seit Jahrhunderten bewährt. Man pinnt einem besonders willigen Untertan einen Orden an die stolzgeschwellte Brust und macht ihn damit zum Vorbild für die noch nicht ganz so eifrigen Mit(netz)bürger.
Freilich, die Betroffenen wurden von Google nicht gefragt, bevor ihr Name seitens der obersten G+-Leitung mit einem Button verziert wurde. Allerdings zeugen die Ich-hab-jetzt-auch-Beiträge im Stream von der großen Freude einiger der frischgebackenen Würdenträger, an der sie ihre Gefolgschaft nur allzu gern teilhaben lassen. Es ist offenbar schon ein herausragendes Ereignis im Leben eines Menschen, wenn das Google-Management endlich anerkennt, dass man so heißt, wie man heißt.
Was für ein Hohn! Da haben wir seit Wochen ein Debatte über Klarnamen vs. Pseudonyme und jetzt das. Google setzt offenbar auf das Stillschweigen der großen Masse.
Eine Leistung wäre es gewesen, hätte Google eine Lösung gefunden Pseudonyme zu verifizieren.
Meint, Ich Stefan Baumgartl hätte mein Pseudonym palisadesberlin, mit dem ich seit Jahren – außer bei G+ - im Netz unterwegs bin – verifizieren können. Ja er hat sich mit Seinem Klarnamen angemeldet und jetzt verifizieren wir Ihn als palisadesberlin.
Zu weit gedacht? Nein, falsch gedacht! Das Grundproblem bei Google ist die Sichtweise des Konzerns auf seine User – sie sind keine – sie sind nichts weiter als Daten. Google denkt in Algorithmen. Das wird mit der Art der Auswahl verifizierter User wieder mehr als deutlich (s. Bild 2).
Google glaubt mit dem mathematischen Imitieren von vorhandenen Strukturen Realitäten zu schaffen. Das wird über kurz oder lang nicht funktionieren…Das sollte Google sehr schnell lernen!
Einen weiteren lesenswerten Artikle zum Thema findet man bei Nico Lumma:
Google+: Celebrities first, Nutzer später
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via +Nikola Komadinic on Twitter
]]>Google+ plagt sich jetzt seit Wochen mit der Klarnamen/Pseudonym/Anonoymitäts (das mir keiner die Begriffe hier verwechselst) Debatte herum. Dabei könnte es so einfach sein!
Nun im Gegensatz zu dem ein oder anderen geneigten Leser bzw. Leserin bin ich seit 2003 Mitglied eines sozialen Netzwerks das diese Probleme bereits gelöst hat. Es nennt sich Gayromeo. Kennt Ihr nicht, eine gute Einführung gibt es hier Gayromeo bei Wikipedia (Empfehle ich zuerst zu lesen ansonsten verstehen Sie den Rest nicht)
Es stellte sich dem Portal irgendwann die Frage was tun mit expliziten Bildern, Porno, Fakern. Die Antwort darauf ist eben so simpel wie wirksam: Schwarm-Intelligentz und Community Reputation.
Wenn ich ein Bild in mein Profil bei GR hochlade kann ich mich entscheiden ob ein Administrator oder der User (Schwarm) das bild “raten” sollen. Zugelassen zu diesem Schwarm sind allerdings nur User mit mindestens 1000 s.g. Userpunkten. Diese ergeben sich aus der wahrscheinlichen “Echtheit” des Profils und meinen abgegeben Stimmen zu Bildern. Meint, wenn 5 von 10 User ein Bild als Porno oder XXX einstufen und ich nicht verliere ich Punkte.
Die “Echtheit” Meines Profils speist sich aus meinen Kontakten, die angeben können, schon mal gesehen oder…was auch immer
Und so dreht sich das Rad.
Es ist eine ganz einfache Community Lösung, so lange man die User als Menschen und nicht nur als Konsument bzw. Daten betrachtet. Ich Brauche keine Google Algorithmen, ich brauche nur gesunden Menschenverstand um das Problem zu lösen!
Scheinbar generiert sich auch die Relevanz der Inhalte durch den Bekanntheitsgrad des jeweiligen Verbreiters.
via Jakob ‘Addliss’ Dörre bei Google+ über s.g. A-Blogger/Twitterer
]]>Also, wer möchte: Hier ist unser Link http://palibe.de/p6Hhtj
Und hier sind noch mehr Links von noch mehr netten G+ Usern – DANKE! Ihr seid Großartig!
Robert Niedermeier - https://plus.google.com/_/notifications/ngemlink?path=%2F%3Fgpinv%3DyQRGgAX85lI%3ABA06QmbEieI
Esther Allen -https://plus.google.com/_/notifications/ngemlink?path=%2F%3Fgpinv%3Dz49CCOQ-GAk%3Anz0RO7ItH-8
Patrick Muff – https://plus.google.com/_/notifications/ngemlink?p
borg drone - https://plus.google.com/_/notifications/ngemlink?path=%2F%3Fgpinv%3DOKygQ7QWcbM%3Az5rJAOd9cdQ
Florian Hiemeyer -https://plus.google.com/_/notifications/ngemlink?path=%2F%3Fgpinv%3Dj1bmYVyVczU%3AMhvsPzEGh7I
David Paschke - https://plus.google.com/_/notifications/ngemlink?path=%2F%3Fgpinv%3DXK0zZgwoak8%3A4ZtNrETmCJ0
Andi Weiland - https://plus.google.com/_/notifications/ngemlink?path=%2F%3Fgpinv%3D2Aklp65A1eM%3AQcQA2KM4a84
Finn Grauwal -https://plus.google.com/_/notifications/ngemlink?path=%2F%3Fgpinv%3DfDkrMRhec44%3AvSxFkBya3Jo
Ti Leo - Dhttps://plus.google.com/_/notifications/ngemlink?path=%2F%3Fgpinv%3DnItGlMqyzMo%3AFPh3eA5bWfs
Daniel Albrecht -https://plus.google.com/_/notifications/ngemlink?path=%2F%3Fgpinv%3D6iOyUgPw5IY%3AMTrUQaIKVMA
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Pseudonym
–Substantiv ein fingierter Name, besonders von Künstlern und Schriftstellern genutzt, um eine wahre Identität zu verbergen
Es gibt tausende von Gründen, warum jemand einen anderen Namen benutzen möchte, als seinen Geburtsnamen. Manche Leute haben Sorge, dass ihr Leben oder ihre Existenzgrundlage bedroht werden oder dass ihnen politisch oder ökonomisch Nachteile entstehen. Andere wollen Diskriminierung vermeiden oder einfach einen Namen nehmen, der leichter zu merken oder buchstabieren ist.
Online vervielfachen sich die Gründe für Pseudonymität. Die Kultur des Netzes hat die Menschen lange Zeit ermutigt, sich Nicknames oder Nutzernamen zuzulegen. Das sind Pseudonyme, die manchmal einen Bezug und manchmal keinen Bezug zur echten Person und der Offline-Identität hatten. Langjährige Internetnutzer haben teilweise dieselben Nicknames seit 20 Jahren.
Pseudonyme haben außerdem in der Geschichte eine wichtige Rolle gespielt. Nicht nur in der Literatur von George Eliot und Mark Twain. Explizit politisch wurde zum Beispiel das Pseudonym „Publius“ genutzt, um in den Federalist Papers (einer Artikelserie in New Yorker Zeitungen), die Bevölkerung von der amerikanischen Verfassung zu überzeugen. Und auch im England des 18. Jahrhunderts griff ein „Junius“ im Public Advertiser in die politische Debatte ein. Die Menschen haben also schon immer unter Pseudonymen stark zum politischen Diskurs beigetragen – und sie tun es heute noch.
Eine neue Debatte rund um Pseudonymität auf Online-Plattformen ist nun durch Googles Namens-Policy bei Google+ entstanden, die den User verpflichtet sich mit dem Namen zu identifizieren, den „deine Freunde, deine Familie und Arbeitskollegen“ für dich verwenden. Diese Praxis ist ähnlich zu der von Facebook, den den Nutzer verpflichtet „Echtnamen und echte Informationen“ zu benutzen.
Googles Policy hat in kurzer Zeit sowohl innerhalb der Community wie auch außerhalb für rege Diskussionen gesorgt, ob ein Social Network die Möglichkeiten der Identitätswahl begrenzen solle. Einer großen Anzahl von Google+ Nutzern wurde aufgrund dieser Policy bislang der Account deaktiviert. Diese sind von Kirrily „Skud“ Robert, einem früheren Google-Mitarbeiter, dessen Account betroffen ist, weil er sich als „Skud“ anmeldete, detailliert dokumentiert.
Diejenigen, die für Realnamen in Social Networks plädieren, haben eine Reihe von Argumenten hervorgebracht: Echtnamen würden das Nutzerverhalten verbessern und ein zivileres Netz fördern, Klarnamen würden gegen Stalking und Belästigung helfen und die Täter einfacher greifbar machen, außerdem würde die Nutzung derselben davor schützen, dass Strafverfolger oder Behörden unter falschem Namen schnüffeln könnten; und überhaupt mache der echte Name die Menschen verantwortlich für ihre Aktionen im Netz.
Diese Argumente sind nicht ganz von der Hand zu weisen, aber sie treffen nicht den Kern des Problems. Denn die strikten Klarnamen-Verfechter müssen nicht zeigen, dass das Bestehen auf der Nutzung von Realnamen, einen Vorteil hat. Im Gegenteil: Sie müssen zeigen, dass diese Vorteile gegenüber den ernsten und großen Nachteilen überwiegen.
Denken wir zum Beispiel an Wael Ghonim, den nun bekannten Ägypter, dessenFacebookseite „We are all Khaled Said“, tausende Menschen inspiriert hat, die Revolte im Januar zu unterstützen. Obwohl die Seite erst im Sommer 2010 ins Netz gestellte wurde – kurz nach dem Tod von Khaled Said durch die Hände der Polizei – entwickelte sie richtig Schwung Ende des Jahres 2010. Doch genau im November 2010 wurde die Seite von Facebook offline genommen, nachdem jemand dort gemeldet hatte, dass der Administrator der Seite ein Pseudonym benutze. Nur durch die guten Beziehungen des Google-Mitarbeiters Wael Ghonim und die Möglichkeit, Kontakt zu Facebookmitarbeiter aufzunehmen, gelang es, die Seite wieder online zu bekommen. Der Trick war, dass jemand anderes mit seinem Echtnamen als Administrator der Seite eingetragen wurde.
Dieser Fall ist eher außergewöhnlich: nicht jeder hat so gute Beziehungen wie Wael Ghonom und kann diese nutzen. Wir wissen nicht, wie viele Leute und ihre Seiten durch die Facebook-Policy in Vergessenheit geraten sind, weil sie nicht wussten, wie sie mit einer Account-Deaktivierung umgehen sollten. In Ghonims Fall hätte die Nutzung seines echten Namens ihn in ernsthafte Schwierigkeiten bringen können. Zwar bringt Pseudonymität keine Garantien mit sich, aber es macht es für Behörden deutlich schwieriger, Aktivisten zu identifizieren.
Es gibt also unzählige Gründe, warum ein Mensch sich sicherer fühlt, wenn er sich unter unter einem anderen Namen als dem Geburtsnamen anmeldet. Teenager, die Mitglieder der LGBT Community sind, werden zum Beispiel regelmäßig Ziel von Belästigungen und Schikanen. Sie ziehen es deshalb vor, unter einem Pseudonym online zu sein. Ähnlich geht es Menschen, deren (Ehe-)Partner z.B. bei der Regierung arbeiten oder Personen des öffentlichen Lebens sind. Sie möchten ihr Leben und ihren Lebensstil weiterleben und fühlen sich wohler, wenn sie das mit einem anderen Namen online tun können ohne direkt identifiziert zu werden. Ein weiteres Beispiel sind Opfer von häuslicher Gewalt und Vergewaltigung, die nicht vom Täter wiedergefunden werden wollen. Sie können sich mit einem alternativen Namen, einem Pseudonym, besser schützen. Und alle Menschen mit unpopulären, abweichenden und dissenten politischen Haltungen haben die Möglichkeit, ihr Leben und ihre Existenzgrundlage zu schützen, indem sie sich eben mit einem Pseudonym anmelden.
Der Supreme Court der USA drückte es im Fall McIntyre v. Ohio Elections Comm’n 514 U.S. 334, 357 (1995) so aus:
Anomymität ist ein Schutzschild gegen die Tyrannei der Mehrheit. Sie veranschaulicht den Sinn des Bill of Rights, und das erste Amendment im Speziellen: unpopuläre/unbeliebte Personen vor Vergeltung zu schützen, ihre Ideen vor Unterdrückung zu schützen und vor der Hand einer intoleranten Gesellschaft. Das Recht anonym zu bleiben, darf nur dann verletzt werden, wenn es betrügerisches Verhalten schützt. Aber die politische Rede hat von ihrer Natur her manchmal unangenehme Konsequenzen, und im Allgemeinen räumt unsere Gesellschaft dem Wert der freien Rede größeres Gewicht als der Gefahr ihres Missbrauchs ein.
So wie der Gebrauch von echten Namen echte Konsequenzen haben kann, so kann die verpflichtende Nutzung derselben, jeden von der Kommunikation ausschließen, der Vergeltung oder Nachteile für seine (abweichenden) Ansichten fürchten muss. Während ein Vorteil der Klarnamenpflicht vielleicht ein zivileres Verhalten im Netz sein könnte, so ist sicher, dass die Klarnamenpflicht auf Kosten der Meinungsvielfalt geht.
Die Blogger/innen von Geek Feminism haben in einem Wiki eine lange Liste von Menschen und Gruppen und potenziellen Gefahren für diese durch eine Klarnamenpflicht erstellt. Viele der Gründe auf dieser Liste plädieren für die Nutzung eines Pseudonyms aus Sicherheitsgründen, aber es gibt auch andere wichtige Gründe, warum jemand ein Pseudonym nutzen will.
Nehmen wir das Beispiel von Michael Anti, dem chinesischen Journalisten, der eigentlich Jing Zhao heißt. Anti wurde im Januar 2011 von Facebook geworfen, vermutlich weil jemand dort meldete, dass er einen anderen Namen als seinen Geburtsnamen nutzte. Obwohl er unter dem Pseudonym „Michael Anti“ schon seit zehn Jahren unter anderem in der New York Times publizierte, bestand Facebook auf der strikten Einhaltung seiner Realname-Policy.
Auf Google+ gibt es mittlerweile ähnliche Beispiele; und „False Positives“ haben mittlerweile Google+ dazu bewegt, den Prozess der Deaktivierung geringfügig zu überarbeiten: statt direkt zu deaktivieren, werden die User nun gewarnt und aufgefordert ihren echten Namen einzutragen.
Trotzdem sind diese Strategien, die Echtnamen erfordern, fast unmöglich komplett umzusetzen, und wie verschiedene Beispiele gezeigt haben, führt die Durchsetzung dazu, dass gerade Menschen, die bekannt sind oder viele Feinde haben – das ist im Übrigen ein Ergebnis des Community Reportings – in den Fokus solcher Maßnahmen geraten.
Es ist natürlich das Recht von Firmen wie Google, Facebook oder wem auch immer, Strategien und Grundsätze zu entwickeln, von denen sie denken, dass sie besser zu ihren Services passen. Aber es ist kurzsichtig von diesen Firmen, zu sagen, dass die Echtnamen-Pflicht zu einem zivileren Netz führe, wenn der Preis dafür Vielfalt und Meinungsfreiheit sind. Denn in der Tat hat die Echtnamen-Pflicht nur eine ernüchternde Wirkung (chilling effect) auf die freie Rede und die Meinungsfreiheit im Netz.
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Die aktuelle Diskussion um echte Namen auf Google+ polarisiert: Während die einen sich zu tiefst besorgt zeigen, sparen andere für die Befürworter von Pseudonymen nicht mit Spott und Hohn. Wer hat denn schon was zu verbergen?
Während sich die Fronten zwischen Anhängern von Klarnamen und Befürwortern von Pseudonymen in mitunter polemisch geprägten Diskussionen verhärten, scheinen Dritt-Seiten bereits jetzt mit Hilfe von Bots nach persönlichen Daten zu wühlen, um sich ihre eigenen Datenbanken aufzubauen…
[weiterlesen bei iKim.at]
]]>Nach einigen Tagen ist die Diskussion um die Klarnamen-Pflicht bei Google-Plus aus den USA auch nach Deutschland herübergeschwappt und es hat auch hier einige recht harte Diskussionen gegeben. Vor allem auf Google+ (Siehe hier und hier, sowie den provokanten Post von plomlomplom. Das englische Original steht hier.) In diesen Diskussionen gibt es stets eine mehr oder weniger große Mehrheit von Befürwortern des Pseudonym-Verbots und einige Gegner. Gestern hat zudem der Google-Mitarbeiter Andrew Bunner zu einer regelrechten Hexenjagd auf “Fake Accounts aufgerufen - und dafür teil euphorische Zustimmung in den Kommentaren geerntet.
Ich bin der Ansicht, dass die Befürworter des Verbots zum Einen aufgrund verständlicher Emotionen ihre Ansicht entwickelt haben, das dem aber auch eine Reihe von Falschinformationen und Missverständnissen zugrunde liegen.
Deshalb hier einmal die wichtigsten Fakten, die meines Erachtens gegen ein Verbot von Pseudonymen auf den allermeisten Online-Plattformen sprechen:
Zusätzlich kann ich nur den sehr guten Post von Twitter-Gründer Evan Williams, Five Easy Pieces of Online Identity, empfehlen, sowie Googles eigene (ad absurdum geführte) Policy: The freedom to be who you want to be
Zu den Punkten im Einzelnen:
Wer Wert darauf legt, das digitale Netz zur Kontaktanbahnung in der physischen Realität zu nutzen, wird ja nicht daran gehindert, den Namen aus seinem Perso zu verwenden oder gar Adresse und Telefonnummer zu nennen. Wer die Vernetzung und den Gedankenaustausch aber auf der digitalen Ebene belassen möchte, schädigt doch den sozialen Austausch nicht dadurch, das er ein Pseudonym verwendet und keine physischen Kontaktdaten herausgibt.
Physischen Kontakt benötige ich doch eigentlich nur zum Austausch von Gewalttätigkeiten oder Körperflüssigkeiten. Beides möchte ich mit den meisten Menschen nicht. Er sollte deshalb eine bewusste, freiwillige Entscheidung beider Parteien bleiben, ob ein Zustandekommen physischen Kontakts gefördert wird.
Die Befürworter des Pseudonym-Verbots führen typischerweise Kriminelle (Pädophile, Online-Betrüger, …), psychisch Kranke (Stalker, eifersüchtige Expartner, Trolle) oder Feiglinge (“mit offenem Visier kämpfen”) als einzige mögliche Nutznießer von Pseudonymen an. Das ist eine sehr einschränkte Sicht der Welt.
Es gibt autokratische Staaten, in denen die Identifizierung eines Regimekritikers zur langjährigen Gefängnisstrafen, Folter und Hinrichtung führen kann. Facebook (und Google?) nehmen diesen Kritikern also eine wichtige Veröffentlichungsplattform.
Angehörige von Minderheiten werden auch in angeblich aufgeklärten Staatswesen diskriminiert, wenn sie sich als solche zu erkennen geben. Selbst, wenn keine Strafverfolgung stattfindet, kann es persönlich immer noch große Nachteile haben, wenn man als Angehöriger sexueller Minderheiten – oder in einigen Landstrichen auch nur als LINKE-Wähler – identifiziert wird. Diese Menschen werden durch ein Pseudonym-Verbot von der Online-Diskussion auf den dafür wichtigsten Plattformen (Facebook und in Zukunft Google+) effektiv ausgeschlossen.
Äußert sich ein Angestellter über seinen Arbeitgeber auf eine Weise, die diesem missfällt, sind auch dann, wenn diese Äußerung die Treuepflichten nicht verletzt, berufliche Nachteile mehr als wahrscheinlich.
Frei erfundene Identitäten können übrigens auch harmloses Spiel oder künstlerische Aktivität sein.
Diese Liste lässt sich nahezu beliebig verlängern. Die genannten Fälle mögen 90% der Nutzer nicht betreffen. Aber eines der wichtigsten Prinzipien aufgeklärter Demokratien ist es, auch die Interessen von Minderheiten zu wahren.
Trolle und Stalker sind online ohne Zweifel enorm lästig. Und die Einführung von Facebook Comments hat auf einigen Plattformen zu einem deutlichen Rückgang des Trollings geführt – u.a. weil Kommentatoren nun einen Facebook Account (meist mit Klarnamen versehen) benötigten und tatsächlich nicht mit ihrem Namen für ihre Pöbeleien stehen wollten. Das empfanden viele Nutzer als angenehm.
Es gibt aber nach wie vor Trolle und Stalker auch auf diesen Plattformen. Tatsächlich wächst ihre Zahl meines Erachtens wieder an. Wie kann das sein? Dafür gibt es mehrere Gründe:
Weder Facebook noch Google+ überprüfen wirklich die Identität eines Nutzers bei der Anmeldung. Ein Name mit nicht mit dem im Personalausweis übereinstimmen. Er darf nur nicht auf den ersten Blick als Fake erkennbar sein. Also kann ich mir als begeisterter Troll jederzeit einen Trolling-Account zulegen und herumtrollen, ohne, dass jemand meine Adresse oder Telefonnummer herausfinden kann. Selbst, wenn dieser gesperrt wird, kostet es mich bei Google ca. 2 – 3 Minuten, einen neuen anzulegen.
Was genau man als Trolling bezeichnet, ist zudem höchst subjektiv. Nicht jede Ansicht, die mir missfällt, ist reine Pöbelei – auch nicht, wenn sie in rüdem Tonfall vorgetragen wird. Moderne Plattformen – wie zum Beispiel Google+ – haben zudem eine Mute-Funktion. Ich kann damit die Äußerungen eines Menschen, der mich ständig nervt, einfach komplett ausblenden. Das ist auch subjektiv. Aber es ist eine viel mildere, fairere Methode, meinen Blutdruck zu senden, als darauf hinzuarbeiten, dass der missliebige Mensch von einer Kommunikationsplattform verbannt wird.
Kaum jemand würde von jemandem, den er/sie in einer Bar oder auf einem Sportplatz trifft, verlangen, dass der/die einem den Ausweis zeigt, um sicher zu stellen, dass der “reale” Name offenbart wird. Wenn mir jemand sagt, er heiße “Hans Bauer”, name ich das zur Kenntnis und nennen ihn “Hans”, “Hansi” oder “Herr Bauer”.
Wenn ich mit Herrn Bauer Geschäfte mache, ist das etwas Anderes. Dann möchte ich Anschrift und Namen schon kennen, insbesondere, sobald es um größere Summen geht. Aber für Gespräche, ein gemeinsames Bier oder auch tiefschürfende Diskussionen, kann ich keinen Grund erkennen, den Namen im Personalausweis meines Gegenübers kennen zu müssen. Viel besser wäre ein granularer Ansatz, wie z.B. in dem Artikel The Laws of Identity von Kim Cameron beschrieben wird.
Auch in Zeitungen kann ich Leserbriefe abdrucken lassen, ohne dabei meinen Namen nennen zu müssen. Die Redaktion kennt den Namen. Aber sie wird ihn geheimhalten, so lange es nicht um den Schutz von Straftaten geht. Und das ist gut so.
Ein Impressum benötigt der Betreiber der Plattform, nicht der Nutzer. Ansonsten wäre Zehntausende von Blogs, Diskussionsforen etc. illegal. Das mag nicht jedem gefallen, ist aber glücklicherweise Stand der Rechtsauslegung (und -Sprechung) in unserem und in den meisten anderen demokratisch verfassten Ländern.
NACHTRAG (Danke an Falk Lüke):
Telemediengesetz (§13):
(6) Der Diensteanbieter hat die Nutzung von Telemedien und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist. Der Nutzer ist über diese Möglichkeit zu informieren.
Nein, dass muss die Strafverfolgung nicht behindern; siehe:
Ich denke, dass es wichtig ist, dass zunächst einmal jeder – auch öffentlich – sagen darf, was er denkt – auch, wenn mir nicht gefällt, was er sagt. Dabei gibt es natürlich gesetzliche Grenzen einzuhalten. Bei uns sind die weitaus enger gezogen, als beispielsweise in den USA. In Großbritannien sind einige Grenzen widerum enger als bei uns.
Unabhängig von solchen Unterschieden … Verhindern Pseudonyme nicht die Verfolgung solcher Grenzübertretungen? Nein.
Auch schon heute müssen die Plattformbetreiber – innerhalb gesetzlich gesetzter Grenzen – die Strafverfolgungsbehörden dabei unterstützen, die Identität von Personen festzustellen, bei denen der Verdacht auf strafbare Handlungen unter Zuhilfenahme der jeweiligen Plattform besteht. Eine angebliche “Klarnamen”-Pflicht hilft dabei wenig, da kaum eine Plattform eine Verifizierung von Name und/oder Adresse mittels Verfahren wie PostIdent o.ä. vornimmt.
Ich weiß es nicht und – ehrlich gesagt – halte ich die offiziellen Verlautbarungen beider Plattformen zu diesem Thema für großartige Beispiele von nichtssagendem Neusprech. Bei Google beschränken sich die Begründungen aktuell auf den putzigen Zirkelschlass: “Weil es so in unseren Richtlinien steht” Vermutlich sind es primär wirtschaftliche Gründe, obwohl ich auch das das Gefühl habe, dass sich die Unternehmen täuschen könnten. Jemand, der viel Aufwand in eine Phantasie-Identität steckt, ist vermutlich auch ein dankbares Werbeopfer für diese Identität ![]()
Was bei Google+ besonders schmerzlich ins Gewicht fällt, ist, dass das Unternehmen noch vor kurzem ein sehr gut durchdachtes Statement zum Thema Online-Identität veröffentlicht hat.
The freedom to be who you want to be…
p.s.: Ich selbst bin seit mehr als 10 Jahren in Dutzenden von Online-Netzwerken unterwegs und wo immer möglich, heiße ich “Markus Breuer”, “Markus.Breuer” oder “MarkusBreuer”. Ich trete Online mit der selben anstrengenden Persönlichkeit nach außen wie in der Offline-Welt. In der virtuellen Welt Second Life habe ich die Avatar-namen Pham Neutra und Dana Bergson verwendet, habe aber meinen Namen Markus Breuer im Profil genannt. Aber ich kann keinen triftigen Grund erkennen, warum ich alle anderen, mit denen ich kommuniziere, dazu zwingen sollte, das ähnlich zu halten.